Das MuseumsQuartier Wien

18 Apr

Das MuseumsQuartier Wien

Ehemals als Zuhause der Pferde – heute das Zuhause der Kunst & Kultur

Das MQ welches heute zu den bekanntesten und beliebtesten Orten Wiens gehört, hat eine lange und auch nicht immer einfache Geschichte. Das MuseumsQuartier in Wien ist ein Beispiel für eine erfolgreiche Synergie zwischen Barock, Klassizismus und moderner Architektur, Kultur und moderne Freiräume. Wir geben einen kurzen Einblick in die Geschichte, den Freiräumen und der Symbiose von alt und neu und machen einen kleinen Fotorundgang mit Beschreibungen wie früher die Räumlichkeiten genutzt wurden.

Viele Besucher die im Museumsquartier ihre Runden drehen oder sich auf ein Kaffee treffen, fallen die schönen Pferdeköpfe die von den Toren herabschauen auf. Trotzdem wissen nicht alle dass einst dieser Platz die Heimat von Pferden und Kutschen war.

Was heute die Autos sind, waren damals Ross und Wagen und damit auch ein Platzproblem in der Stadt – unter anderem hat man sich so geholfen dass man zum Beispiel Anfang des 18 Jahrhunderts auch Bürgerhäuser für die Unterstellung verwendet hat, allerdings war das keine langfristige Lösung.
Kaiser Karl VI beauftragte 1713 Johann Bernhard Fischer von Erlach mit der Erbauung der Hofstallungen am Rande des Glacis – gegenüber dem äußeren Burgtor. Heute erinnert das „Glacis Beisl“ an den Grüngürtel der einst vor den Befestigungsmauern Wiens vor möglichen Angreifern die Stadt geschützt hat.


Am Anfang noch für 600 Pferden und Karossen konzipiert, waren die Hofstallungen schon 1764 zu klein. 1809 nutze Napoleon den Ort als Bollwerk – das dazu führte dass die Beschießungen Marstall und viele Häuser am Spittelberg beschädigten.L eopold Mayer hat auf Wunsch von Franz Joseph I. mitte des 19 Jahrhunderts die Hofstallungen umgestaltet und noch eine Winterreitschule und die Sommerreitbahn gebaut – damit erreichten die Kaiserlichen Hofstallungen die Größe der von Versaille. Kaiserin Elisabeth I ließ im Sattelerhof eine Manege für ihre Zirkuspferde errichten. Diese wird heute als Bibliothek genutzt. Nur noch die mit Zirkusmasken gestalteten Pferdeköpfe am Sattlerhof erinnern an diese Funktion.


Bald mussten die Pferde der Automobilisierung weichen so dass Garagen errichtet wurden. 3 Jahre nach dem Zerfall der österreichisch-ungarischen Monarchie wurden die Hofstallungen erstmalig als Ausstellungsfläche genutzt – die Wiener Messe übernahm und 1922 trat erstmalig der Name „Messepalast“ auf. Erst nach dem zweiten Weltkrieg begann die Geschichte von dem Museumsquartier wie man es heute sieht- viele Jahre wurde hier geplant, geändert, diskutiert bis 1995 vom Architektenduo Laurids und Manfred Ortner die Vorentwürfe eingereicht werden. Bis zu der Eröffnung der Kunsthalle in 2001 geht es dann Schlag auf Schlag – ein Gebäude nach dem Anderen nahm seine Arbeit auf und das MuseumsQuartier wurde das was wir heute kennen: Ein zentraler Ort der Kunst & Kultur in Wien.

Diese Synergien zwischen den verschieden Jahrhunderten, Bauweisen und Geschichten geben diesen Ort einen magischen Anziehungspunkt für Jung und Alt, Kunstinteressierte und Kulinariker, Sonnenanbeter und Musiker.

Im Winter genauso wie im Sommer, verbringen die Wiener und Touristen hier gerne ihre Zeit. Vor allem im Sommer tummeln sich viele auf den sogenannten „Enzos“, welche jedes Jahr in einer neuen Farbe dem Publikum präsentiert werden. (Für 2013 haben sich die Fans für „Tröpfelbadblau“ entschieden.)

Ein perfekter Platz um Sonne zu tanken, einen Kaffe zu genießen und ein gutes Buch zu lesen – unbedingt ausprobieren! Dazwischen eine gute Ausstellung besuchen, hervorragend Essen oder am Abend auf einen Cocktail zu gehen – das Museums Quartier hat so einiges zu bieten.

Weitere Fotos vom MuseumsQuartier:

Mehr Informationen:

Museums Quartier Wien

Plan:

© Fotocredits: Zipser / Quelle: Thomas Trenkler „Das Museums Quartier Wien“

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